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The All-American Rejects – When The World Comes Down

Mit dem 16. Dezember, also ganz kurz vor Weihnachten, haben The All-American Rejects einen sehr interessanten (wenn auch eher ungewöhnlichen) Termin gewählt, an dem sie ihr mittlerweile drittes Studioalbum veröffentlicht haben. "When The World Comes Down" – der Name alleine lässt Großes erwarten.

Während hierzulande noch eher kritisch beäugt, sind die vier Jungs aus Stillwater, Oklahoma im englischsprachigen Raum der Welt schon längst keine Unbekannten mehr. Amerika und England verehren sie. Das alles belegt unter anderem der Platin Status ihres Debütalbums, oder aber auch der MTV Award, der sich ganz bestimmt sehr schick in ihrem Wohnzimmerregal macht.
Mit dem Musikstil, dem sie ihren Bandnamen verdanken ("The All-American Rejects" entsprang dem Green Day Song "Reject"), haben sie laut sich selbst nicht mehr viel zu tun. Von der Punk-Autobahn wurde abgebogen auf die aufregende und kurvenreiche Passstraße zum Gipfel des alternativen Bergs, auch genannt "Alternative Rock".

Das beweisen sie auch auf "When The World Comes Down". Obwohl der Opener "I Wanna" noch eher auf die Punk-Pop-Kultur schließen lässt, ändert sich das ziemlich schnell im Zuge des restlichen Albums. "I Wanna" jedenfalls outet sich gleich zu Beginn als ziemlich anhänglicher Wegbegleiter und so ertappt man sich des öfteren im Laufe des Tages dabei, wie man "I wanna, I wanna, I wanna touch you, you wanna touch me too" singt. Egal - der Opa in der U-Bahn neben uns freut sich darüber. Und die Kassakraft im Supermarkt kann auch plötzlich wieder lächeln.

Eines, was an diesem Album wirklich überraschend ist, ist das Orchester, das sich phasenweise in den Liedern versteckt. Naja "versteckt" ist vielleicht das falsche Wort. Eigentlich ist es genau dieses Orchester, das Liedern wie "Fallin’ Apart" mit äußerst ambitionierten Streichern den letzten Schliff und damit verbunden schwungvolle Dynamik verpasst. Durch diesen Gegenpol zu den hart-herzlichen Gitarrenriffs wie etwa in "Real World" oder auch "Believe", verleiht das dem Album die nötige Tiefe und manchen Liedern eine spürbare Erhabenheit.

Dennoch haben die AAR’s das Rad nur teilweise neu erfunden. Sie setzen auch ganz eindeutig auf bewährte Konzepte. Refrains zum aus vollem Herzen mitgrölen, Melodien, die man nie wieder aus dem Kopf kriegt oder auch eingängige Balladen, in die man sich leicht hineinfühlen kann. Und das alles über Themen, die jeden betreffen.

Für die erste Auskopplung "Gives you hell" haben sich die Oklahomaner etwas ganz besonderes überlegt. Und zwar haben sie einen Video Contest gestartet, wo Jede/r seine eigene videomäßige Interpretation des Themas "Warte! Wegen DEM/DER hast du mich verlassen?!?" - also quasi die rachelüstige Seite des Trennungswehwehs - einsenden konnte. Das alles wurde dann zu einem ganzen, großen Video zusammengepackt. Abgesehen davon findet sich in diesem Lied (dessen Anfangsmelodie mich komischerweise irgendwie an Tetris erinnert) ein schön sadistisch-fieses Statement musikalisch weitergesponnen zu einer wahren Perle.

Und apropos "Perle". Das bringt mich gleich zum nächsten Anspieltipp, nämlich "Another Heart Calls". Hierbei handelt es sich um ein Duett mit dem Sängerduo The Pierces. Vorsichtig fängt es an und man tappt sich weiter und weiter in die düstere Melancholie vor, die sich dann unter den beiden Stimmen nach der namengebenden Textzeile in einer Ballade auflöst, und dann in letzter Minute doch noch in einen rockigen Sound umschwingt. Durch die punkig-bestimmten Melodien und diese wunderbar harmonisierenden Stimmen schafft es das Lied (trotz des eigentlich traurigen Inhaltes) die Laune emporzuheben.

"Mona Lisa" ist dann doch die klassische, Akustikgitarren-begleitete, anklagende, traurige Ballade. Nebenbei ist sie es, die dem Album seinen Namen gibt. Der Text lautet da "You can sit beside me when the world comes down. If it doesn’t matter then just turn around. Will you be the queen? Then I'll be your clown."

Dann am Ende des Albums findet man auch den Bonus Track. Und auch hier: Ein herausragend geniales Streichorchester. Und was ist da noch? Hör’ ich recht?! Schellen?
Na bitte. Da hätten wir dann auch gleich den Grund für das interessante Erscheinungsdatum. Oder sind es schon die reichlichen Vanillekipferl und der literweise Amarettopunsch, der mir meinen Blick und mein Trommelfell vernebeln, sodass ich schon an allen Ecken und Enden Weihnachten vermute?

In jedem Fall handelt es sich bei "When The World Comes Down" durch Einfallsreichtum und Kreativität um ein kurzweiliges, schönes Weihnachtsgeschenk… ach was, ich meine kaufenswertes Album.

Und hier die Tracklist:
01. I Wanna
02. Fallin' Apart
03. Damn Girl
04. Gives You Hell
05. Mona Lisa
06. Breakin'
07. Another Heart Calls
08. Real World
09. Back to Me
10. Believe
11. Wind Blows
12. Bonus Track




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