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3 Feet Smaller - December 32nd

Hip Hip Hurra, ein neues Jahr. Nach diversen Konfetti- und Sekteskapaden können wir uns endlich auf zwölf brandneue Monate mit der wunderbaren Endung "2009" freuen.

Für jeden von uns bedeutet ein neues Jahr einen neuen Abschnitt. Ganz besonders gilt das jedoch wahrscheinlich für das Austro-Punk-Rock-Ensemble 3 Feet Smaller. Die drei Herrschaften haben nämlich am 2. Jänner 2009 ihr viertes Studioalbum namens "December 32nd" vorgelegt.

Seit ihrem letzten Album "3rd Strike" aus dem Jahr 2004 ist ja doch einige Zeit vergangen. Diese haben sich 3 Feet Smaller mit wechselnder Besetzung und Solo-Projekten vertrieben. Könnte man sagen. Aber ganz so einfach war es dann doch nicht.
Nebenbei haben sie natürlich an einem weiteren Record gebastelt. Zweimal war ein Album schon komplett fertig, aber die Band hat sich dann doch noch in letzter Minute dazu entschlossen, es lieber einzustampfen als auf Platten pressen zu lassen. Sie waren einfach mit dem Material nicht zufrieden und fanden die Songs schlecht. Ein ziemlich mutiger Schritt, monatelange Arbeit einfach so zu verwerfen.

Aber das war noch längst nicht alles, was die letzten Jahre für 3 Feet Smaller bereitgehalten haben: Um die ganze Situation nochmals komplizierter zu machen, bekam Marcus Smaller (Sänger, Gitarrist und Mastermind der Band) auch noch das Burn-Out Syndrom. Die Katastrophe schien perfekt und viele Fans fingen schon mit dem in Österreich allseits beliebten Murren an.

Dann aber, als riesige Überraschung, sind die Herren beharrlich bei der Sache geblieben, und gemeinsam (und in fast ursprünglicher Besetzung) wieder ins Studio eingekehrt und haben endlich ein neues Album fertig gestellt. Das war die Geburtsstunde von "December 32nd". Kurz darauf sind sie gemeinsam mit Julia auf Promotour gegangen (Wir erinnern uns an "Last Band Standing") und haben zusätzlich beim Major-Label Sony BMG unterschrieben.

In den vergangenen vier Jahren hat sich also wirklich viel getan. Nicht nur innerhalb der Band, auch mit ihrer Musik ging so einiges vors ich: Die zwölf Tracks ihres aktuellen Albums haben sie zwar musiktechnisch nicht weit von "3rd Strike" postiert, sie sind aber dennoch einen weiteren Schritt von ihrem ursprünglichen Stil, wie man ihn eventuell noch von "Damn, we need a title for this record" kannte, weggegangen.
Punk? Oder doch Rock? Poppige Einflüsse? Tja, so einfach lässt sich das nicht sagen. 3 Feet Smaller machen es sich jedoch in gewisser Weise leicht und erheben ihren Musikstil vorneweg zum Bowling-Punk. Mit dieser selbst erdachten Musikkategorie, ohne wirklich klar festgelegte Definition, kann man schon mal ordentlich herumexperimentieren. Und das erkennt man auch ganz deutlich auf "December 32nd".

Am 8. Jänner 2008 feierte das Trio, das zu den beliebtesten Live-Bands unserer schönen Alpenrepublik gehört, mit dem neuen Album eine triumphale Release-Party im wohl legendärsten Klub Wiens – im U4. Aber Eintrittskarten? Weit gefehlt! Hineingelassen wurden nur diejenigen, die ein gekauftes Album vorweisen konnten. Ziemlich guter Marketing-Streich!

Das erste Lied von ebendiesem Album, das sie bereits auf der "Last Band Standing Tour" und auch auf einigen Konzerten vorher vorgestellt haben, heißt "Lie Baby, Lie". Eine typische 3 Feet Smaller Hymne bei der alles und jeder mitgrölen darf. Und auch über Ska-Elemente, wie schon damals bei "One Night Stand" darf sich wieder gefreut werden.
Das Video zeigt ein gewisses Maß an Selbstironie. Spielt hier doch das (im letzten Jahr medial stark gehypte) Subgenre der "Krocha" die Hauptrolle. Genau Jenes, was sich unter normalen Umständen doch ganz eindeutig von dem des Punkrock abgrenzt. Das Video wirkt wie eine Aufforderung zur freundschaftlichen Vereinigung dieser beiden Gruppen. Offensichtlich kann man nämlich auch zu Punk "krochn". Ein schönes Statement.

Weiters erwähnenswert sind die Lieder "See You In Hell", (was wiederum ein Lied zum Schüren der Hassgefühle ist, wie einst das großartige "Dance With Me"), oder auch "Shit Hits The Fan", "Lost Sense Of Shame" und der Opener "Break Up".

Wo wir gerade bei Opener sind: "I Was In…" heißt das genial gewählte Outro des Albums. Der Anfang wirkt fast schüchtern und verhalten. Mit jedem Part wird es kraftvoller und ein Stück härter. Wenn dann etwa gegen Hälfte die Geigen einsetzen, ist endgültig klar, dass es sich hier um kein alltägliches Lied handelt. Das Schlagzeug im letzten Viertel gibt die entscheidende Rhythmik vor und der Song verklingt anschließend mit genialen Streichern.

Und für all jene, die sich wundern, dass man sich 3 Feet Smaller seit Neuestem auch auf Ö3 wünschen kann: Die klassische, gefühlvolle Ballade des aktuellen Albums heißt "Tonight" und wir auf genanntem Radiosender rauf und runter gespielt. Bitte nicht falsch verstehen: Ich finde, dass die drei Herren für ihren Erfolg hart gearbeitet haben und viele Tiefschläge einstecken mussten. Nun ist endlich die Zeit die Früchte dieser stetigen Arbeit zu ernten!

Und schließlich hat das auch dazu geführt, dass sie vor kurzem ein "goTV hosted by 3 Feet Smaller" gestalten durften und im "Ö3 Freundeskreis" Österreich des nächtens für eine Stunde mit Papa Roach, Vanilla Sky oder auch Angels & Airwaves beschallen durften. Ich mag diese Art von Veränderung.

Noch schnell die Tracklist von "December 32nd"
01. Break Up
02. S U doubleF E R
03. Lie Baby, Lie
04. Tonight
05. Shit Hits The Fan
06. See You In Hell
07. Faintheart
08. Lost Sense Of Shame
09. Better Off Dead
10. Vertigo
11. Headlights
12. I Was In…


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