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Rise Against - 3. Februar 2009 - Gasometer, Wien

Um diese Band anzukündigen, braucht man wahrscheinlich nur drei Worte zu sagen und jeder weiß sofort um wen es geht. Diese drei Worte lauten: Give. It. All.

Na, habe ich es nicht gesagt?! Es weiß jetzt bestimmt jeder, dass ich von Rise Against spreche. Und kaum eine Band des Melodic-Hardcore-Subgenre hat es geschafft, sich so über ein Lied zu profilieren, wie sie es gemacht haben. Zugegeben, das Lied ist schon etwas älter – es stammt schließlich vom Album "Siren Songs of the Counter Culture" das bereits im Jahr 2004 erschienen ist – aber dessen ungeachtet ist es immer noch präsent.
Bitte versteht mich nicht falsch! Ich will "Give It All" auf keinen Fall als das beste Lied der Band darstellen. Und noch weniger will ich Rise Against als One-Hit-Wonder präsentieren – das ist diese politisch sehr aktive Ausnahmeband nämlich ganz bestimmt nicht. Natürlich haben sich die vier Herren aus Chicago in der Zwischenzeit weiterentwickelt und neue Alben veröffentlicht. So auch erst letzten Herbst. Im Oktober 2008 ist das mittlerweile fünfte Studioalbum von Rise Against mit dem Namen "Appeal to Reason" erschienen.

Ein "Appell an die Vernunft" also. Leise waren Rise Against bekanntlich noch nie. Im Gegenteil: Von Beginn an wurde kein Hehl aus ihrer politischen Überzeugung gemacht. Sämtliche Bandmitglieder sind Vegetarier, zwei sogar Veganer und die Tierrechtsorganisation PETA wird von der geschlossenen Band unterstützt. Die Politik Amerikas und vor allem Bush’s wurde immer scharf kritisiert und so findet sich auf ihrer Website etwa ein Zähler, der anzeigt um wie viel die durch den Irak-Krieg verursachten Kosten pro Sekunde steigen.

Vier leidenschaftliche Kämpfer haben sich in einer Band vereint, um ihre Wut auf diese ungerechte Welt zu kanalisieren, indem sie Musik machen. Ihre Lieder haben weltanschauliche Themen als Inhalt, die jeden angehen. Zurücklehnen und gemütlich Musikhören ist bei Rise Against nicht. Ihre Musik wühlt so auf, dass man am liebsten sofort aufspringen will und die Welt, wie sie aktuell ist, in Stücke hauen könnte.

Auf ihre Fahnen haben sie geschrieben: "You won’t ever find us kneeling or swallowing your lies." Eine ganze Generation läuft unter dieser Aussage Amok. Als eindeutigstes Statement gilt hier der Song "Prayer of the Refugee" vom Album "The Sufferer and the Witness". Der Text alleine jagt einem schon einen kalten Schauer nach dem Nächsten den Rücken hinunter. Um noch eins draufzusetzen haben Rise Against auch noch ein Wahnsinnsvideo gedreht. Man bekommt eine Gänsehaut bei so viel Ungerechtigkeit, versteckt hinter einem Haufen wahlloser Lügen.

Aber widmen wir uns mal ihrem aktuellen Album "Appeal to Reason". All die vorher erwähnten Maximen spielen auch hier eine wesentliche Rolle. Ihre erste Single-Auskopplung "Re-Education (Through Labor)" fügt wieder eine zum Nachdenken anregende Aussage zu der unendlichen Liste der Rise-Against-Weisheiten hinzu: "Each breath we take makes us thieves." Wie wahr, wie wahr.

Obwohl schon im Vorfeld von vielen Kritikern als "enttäuschend" und "gewöhnlich" zerrissen, handelt es sich bei "Appeal to Reason" um ein Album, dem man die klassische Liebe auf den zweiten Blick zugestehen muss. Auch ich habe anfangs nicht wirklich den Eingang gefunden und musste nach dem ersten Mal reinhören eine halbe Woche vergehen lassen, in der mich die Zweifel halb umgebracht haben. Und dann hört man Lieder wie "Savior", "The Dirt Whispered", "From Heads Unworthy" oder "Kotov Syndrome" noch mal und plötzlich legt es den Schalter um. Und man weiß wieder, was man an Rise Against so schätzt und liebt.

Und am 3. Februar 2009 besteht endlich die Möglichkeit die neuen Lieder auch live bestaunen und mitsingen zu können. Da findet nämlich das lang ersehnte Rise Against Konzert im Gasometer Wien statt. Als Support darf man sich noch auf ein weiteres Schmankerl freuen: Nämlich auf Strike Anywhere. Kaum zu glauben. Dieser Abend verspricht legendär zu werden. Schon allein deswegen, weil ihr hören werdet, wie Rise Against ihr Zitat aus dem Song "Savior" selbst belegen: "This world is too much noise."



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