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| Wouldrock 09 - Photos!!! |
Interview mit Emil Bulls Emil Bulls, die fünf sympathischen Herren aus München, waren zu Gast am Would Rock 2009. Bevor sie die gut gefüllte Stockschützenhalle zum Kochen gebracht haben, haben sie sich noch im Gras des Open-Air-Backstage-Bereichs niedergelassen und mit uns über Schubladisierung, Hütten im Allgäu und deren Zweck, sowie anstrengende Aufnahmesessions im Studio geredet. Und auch darüber, wie man es tatsächlich schafft sich nach einigen Alben doch immer und immer wieder weiterzuentwickeln und besser zu werden. Hier folgt das Interview. Viel Vergnügen! Hallo und vielen Dank, dass ihr euch die Zeit für ein Interview mit uns genommen habt. Bitte stellt euch kurz vor! Christoph: Hallo, hier ist der Christoph, Sänger der Emil Bulls. James: Hallo, hier ist der James, Baaassist von den Emil Bulls. Fabian: Hello, hier ist der Fab, der Schlagzeuger von den Emil Bulls. Andi: Und der Andi, der Gitarrist. Christoph: Geht doch. (Lacht) Wie geht’s euch? Christoph: Super. Also sehr, sehr gut. Mir ganz besonders, da ich gestern ungefähr um diese Uhrzeit den letzten Ton für unsere neue Platte eingesungen hab. Und so Studiozeit ist für mich immer die absolute Oberqual, weil’s mir einfach keinen Spaß macht. Es ist anstrengend, man geht jeden Abend irgendwie mit einem Mordsbrummschädel nach Hause und kann nicht einschlafen, weil einem die Ereignisse des Tages nicht loslassen. Für mich ist seit gestern eben Schluss und jetzt wird das Album nur mehr gemixt und wir sind fertig. Und deshalb bester Dinge und freuen uns Wahnsinnig heute Abend ne Show zu spielen. Wie würdet ihr persönlich eure Musikrichtung beschreiben? Ich denke, ihr werdet mit dem Wort "Crossover" nicht allzu glücklich sein. Christoph: Ach du… Das soll jeder für sich entscheiden, wo er unsere Musik hinkategorisieren will. Es ist irgendwie sehr schwer selber als Band einen Begriff zu finden, oder sich in eine Schublade zu stecken, wenn man so vielseitig agiert wie wir. Und ich hab auch oft überlegt, was wir eigentlich für Musik machen. Es ist jetzt vielleicht ein bisschen komisch, wenn man sagt es ist die aggressivste und härteste Pop-Musik, die es wohl gibt, weil ja dann doch viele Metal-Elemente dabei sind. Aber für mich ist es einfach… Ja… Da prallen so viele Welten aufeinander. Auf der einen Seite diese extreme Aggression und auf der anderen Seite fast eine, ja, kitschige Lieblichkeit. Wir haben noch keinen richtigen Begriff gefunden, weil diese Mischung, die wir da fabrizieren, einfach so einzigartig ist. Irgendwann wird wahrscheinlich mal ein schlauer Journalist einen perfekten Überbegriff für unser Genre finden. Und von diesem Genre sind wir dann auf jeden Fall die Speerspitze. (Lacht)
Weil du gerade Metal so betont hast – ich habe gelesen, dass ihr euch vom letzten zum jetzigen Album sehr stark in diese Richtung weiterentwickelt habt. Uns würde interessieren: Wie seht ihr euer neues Album "The Black Path" und wie unterscheidet es sich eurer Meinung nach von euren vorigen Werken? Christoph: (Zur Band) Soll ich, oder will mal wer anderer? (Ins Mikro) Okay. Naja also "Black Path" war für uns so ein Ding. Zu der Zeit ist in der Band sehr viel passiert. Sowohl personell als auch, dass wir uns von unserem Management getrennt haben. Wir hatten zu der Zeit keine Plattenfirma und wir haben einfach völlig ohne Druck können und haben da einfach, wie in alten Zeiten, frisch drauflos gerockt und haben uns überhaupt keine Gedanken über irgendwas gemacht. Was man diesem Album zum Glück auch anhört. Ich finde es sehr, sehr frisch und es knüpft eigentlich nahtlos an, also es führt die Extreme vom letzten Album auf jeden Fall weiter. Es ist noch aggressiver teilweise, aber dann auch wieder noch melodiöser und poppiger und einfach eine super Mischung. Es toppt das letzte Album auf jeden Fall noch mal und alle Fans, die das letzte Album geliebt haben, werden das neue vergöttern. (Alle lachen) Ich weiß nicht, wie wir’s noch mal toppen sollen, aber wir schaffen's doch immer wieder. Für die Arbeit an eurem Album habt ihr euch in einer Hütte im Allgäu verschanzt. Christoph: Genau. Wie hilft diese Isolation eurer Kreativität? Fabian: Wir haben jetzt quasi schon zum dritten Mal die Erfahrung gemacht, dass es wahnsinnig wichtig ist für uns, dass man sich zwei Wochen – oder auch gerne mal länger – komplett von allem abschneidet oder trennt, um sich dann wirklich nur darauf zu konzentrieren, dass man eine Platte zusammen macht. Früher haben wir's so gemacht, dass wir die Songs geschrieben haben in der Isolation, diesmal haben wir's allerdings so gemacht, dass wir bereits Vorarbeit geleistet haben und dann quasi ausgewählt haben, welche Songs wir überhaupt machen und diese Songs eben dann in der Isolation ausgearbeitet haben. Das war wiederum etwas anderes, aber es war irgendwie auch gut, weil so geht man nicht mit leeren Händen in besagte Hütte, sondern man hat schon so ein bisschen einen Plan. Und das war für dieses Mal auf jeden Fall der richtige Ansatz. Generell kann ich's allen Bands nur empfehlen, wenn sie eine Platte machen wollen, sich voll darauf zu konzentrieren und auch gerne mal kompakt zu arbeiten und nicht über einen Zeitraum von zwei Jahren irgendwie dahinzuplätschern. Das tut der Platte gut, das tut der Band gut. Kann ich wirklich ohne weiteres empfehlen. Dieses Album ist jetzt euer Siebentes. Habt ihr mittlerweile schon das Gefühl von Routine, oder ist es doch jedes Mal wieder etwas anderes? Christoph: Ja, sagen wir mal so: Eine Routine – also so richtig – kehrt da nicht ein. Im Studio sind wir auf jeden Fall alle routinierter geworden. Das geht alles irgendwie viel schneller. Wir haben zum Beispiel für die letzte Platte… Der Fabian hat das Schlagzeug für 14 Songs innerhalb von zwei Tagen reingeprügelt. Der Jamie und die Gitarristen haben den Rest dann auch noch mal in, was weiß ich, sechs oder sieben Tagen eingespielt. Für das ganze Album – bis auf Gesang – hat die ganze Aufnahmezeit eigentlich nur neun Tage lang gedauert und ich hab mir dann noch mal zwei Wochen für den Gesang genommen, in Ruhe. Ja und sonst… Routine beim Songschreiben kehrt da eigentlich nicht ein, weil man sich ja immer weiterentwickeln will und ja immer auch dann wieder neue Elemente in die Musik einbauen will und sich selber ja auch immer toppen will. Der Fabian toppt sein Schlagzeugspiel auf der Platte noch mal ums Dreifache im Vergleich zu der davor, wobei das bei der davor auch echt schon krass war. (Fabian lacht)
Schau, der Fabian wird schon ganz rot. (Alle lachen) Christoph: Der Andi als neuer Gitarrist bringt da eine völlig neue Farbe ein und das war natürlich auch erst mal eine Herausforderung jemanden Neuen einzubauen, der einen völlig anderen Stil hat, als unser verschiedener (lacht), ausgestiegener Gitarrist. Und da war halt insofern die Herausforderung, dass die Band nicht auf einmal ganz anders klingt. Es sollte ja auf jeden Fall noch Emil Bulls bleiben. Denn der Leadgitarrist ist ja wirklich ein prägendes Stilmittel einer Band. Das haben wir aber super gelöst und das Schönste an der ganzen Sache ist, wenn wir Songs schreiben, dass wir uns mittlerweile so eine eigene Welt geschaffen haben und unsere Fans insofern herausfordern können, dass wir einfach machen können was wir wollen. Wenn wir jetzt einfach mal Bock haben auf eine Klavierballade, so wie beim letzten Album – also beim Neuen – jetzt geschehen, dann machen wir einfach eine. Und wir wissen, unseren Fans wird das auf jeden Fall gefallen, auch wenn sie eigentlich eher so… Sagen wir mal: Auf die härtere Mucke stehen. Die werden trotzdem beim Konzert dastehen und diesen Song fordern. Und das ist bei der Band Emil Bulls einfach super, dass wir uns austoben können in jegliche Richtung und nicht nur die ganze Zeit auf die Pauke hauen müssen, sondern auch mal was Leises oder was Experimentelles machen können. Du hast jetzt eigentlich schon meine nächste Frage vorgegriffen. Christoph: Ja, schau. (Lacht) Ich wollte nämlich fragen, wie es 2006 zu diesem zugegebenermaßen überraschenden Unplugged Album "The Life Acoustic" gekommen ist. Aber das hast du ja jetzt schon sehr schön dargelegt. Christoph: Ja, das war eigentlich… Siehe Frage davor. Was muss ein Lied haben, dass ihr sagt "Okay, genau das ist es, das widerspiegelt unsere Band und das kommt jetzt aufs Album"? Fabian: Hui… Christoph: Es muss einfach gut sein. (Alle lachen) Naja, das ist wirklich so. Wir haben zum Beispiel bei der (überlegt) vorvorletzten Platte, ich glaub, fast fünfzig Songs geschrieben und wir hätten, glaub ich, drei verschiedene Alben machen können. Wir hätten ein komplettes "Hau-drauf-Rock-'n-Roll-Album" machen können. Wir hätten ein poppiges Album machen können, was dann sehr balladesk ausgefallen wäre und wir hätten ein Heavy Metal Album machen können. Wir konnten uns aber für keine Richtung entscheiden und so haben wir einfach gesagt, wir nehmen aus jedem Ding, aus jeder Richtung einfach die besten Songs. Und wenn für uns ein Song gut ist, dann ist es scheißegal, ob er jetzt irgendwie eine Elektro-Trash-Nummer ist, oder irgendwas anderes. Der Song muss einfach gut sein und dann hat er auch eine Berechtigung auf einem Bulls-Album zu landen. (Zur Band) Sehe ich das richtig? Fabian: Das ist richtig! Christoph: So, und jetzt sagst mal du wieder was. (Drückt Fabian das Mikro in die Hand) Fabian: Sag ich mal wieder was, na gut. Ihr habt schon riesige Festivals, wie etwa das Rock am Ring, gespielt, ihr wart auch schon in Kanada und den USA auf Tour, ihr wart schon in einigen berühmten Clubs, habt aber auch schon an die hunderte Male in kleineren Locations gespielt. Was gefällt euch am besten? Fabian: Ja, das ist lustig. Das ist eine beliebte Frage und es ist auch jedes Mal schwer sie zu beantworten. Ich muss sagen, es hat alles was für sich. Ich finde es ist ein großer Genuss vor 30.000 Leuten eine fünfzig Meter breite Bühne zu rocken. Das ist schon etwas ganz Besonderes und das sind schon dann immer die Highlights in einem Jahr. Aber so ein kleiner, gesteckt voller Club mit 100 Leuten, die alle Gas geben, kann das oft auch toppen. Grundsätzlich kann man aber nicht sagen: "Ich mach lieber das Eine oder das Andere." Also wenn man an die Lobpreisung unserer Band anschließen darf, die der Herr Freydorf (Anm.d.Red.: Christoph, der Sänger) gerade eben vom Stapel gelassen hat (lacht), dann muss ich sagen, wir können alles, ja. (Alle lachen) Christoph: Wir sind auch selbstbewusst. Fabian: Selbstverständlich. Wir können sowohl 20 Leute rocken, als auch 20.000, das funktioiniert. Das freut mich jedes Mal wieder und dann ist es letztlich immer gut zu spielen. Weil darauf kommt's uns ja letztlich an – wir wollen halt spielen. Christoph: Wobei's ja viel schwieriger ist, vor 20 Leuten zu spielen, als jetzt vor 20.000. Weil diese 20.000… Das ist ja eher so eine anonyme Masse und ich bin vor einer anonymen Masse nicht so nervös, wie vor 20 Leuten oder jetzt bei diesem Interview. (Lacht) Wie wichtig ist euch der Austausch mit euren Fans? Fabian: (Der ihm schon die ganze Zeit mit gestreckten Arm das Mikro hinhält): Alter, halt's selber! (Lacht) Christoph: Ahso… (Nimmt das Mikro) Wenn du unsere Fans fragen würdest, dann würden sie sagen sehr, sehr wichtig. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es eine fanfreundlichere Band gibt. (Lacht)
Okay. Wie geht es mit Emil Bulls weiter und was sind eure nächsten Pläne? Christoph: Puh. Ahm. Ja jetzt erstmal den Sommer auf jeden Fall viele Festivals spielen. Wir sind glaub ich bis September, oder so, jedes Wochenende unterwegs. Ende September kommt dann die neue Platte raus. Am 24. … 25.! Um Gottes Willen. Und dann geht es eigentlich nahtlos auf Tour und wir sind bis Dezember eigentlich nur unterwegs und schon verplant. Ich will jetzt im Moment noch nicht sagen, dass dann sofort ein neues Album geschrieben wird, weil ich mir's grad überhaupt nicht vorstellen kann. Wenn man gerade so frisch aus dem Studio kommt, ist es jetzt erstmal abgehakt. Jetzt wird erst mal wieder live gezockt. Aber höchstwahrscheinlich… Naja… Zu 100 % gibt's dann ein nächstes Album und wir machen einfach weiter bis wir umfallen. (Lacht) James: Bis wir die Weltherrschaft an uns gerissen haben. Christoph: Genau. Bis zur Weltherrschaft. Fabian: Haha. Ja! Das bringt mich auch schon zu meinen letzten beiden Fragen. Die vorletzte lautet: Was erwartet ihr vom heutigen Abend? James: Vom heutigen Abend erwarten wir uns ALLES. (Lacht) Also wir werden auf jeden Fall alles geben. Wir werden auf jeden Fall eine Bomben-Show hinlegen. Und erwarten kann man nur, dass das Publikum hoffentlich auch eine Bomben-Show hinlegt und mehr bleibt dazu nicht zu sagen. Es ist immer irgendwie so ein Lottospiel, ob die Leute jetzt mitgehen oder nicht, aber da wir so GRANDIOSE Live-Mucker sind, wie der Fabian vorhin schon gesagt hat, dürft das heute – genauso wie auf den restlichen Konzerten dieses Jahr – überhaupt kein Problem sein. Auf jeden Fall glaube ich, dass es ein gran-di-oser Abend wird. Christoph: Aber eine Herausforderung, denn wenn man sich dieses Line-Up so anschaut – es sind ja echt grundverschiedene Musikrichtungen, die da heute aufeinanderprallen und dementsprechend wird das Publikum natürlich auch ausfallen. Da gilt es auch die Popper zu überzeugen und das ist schon manchmal nicht so einfach. Man merkt schon, dass ihr interviewtechnisch wirklich sehr routiniert seid, weil ihr habt meine Finalfrage schon vorgegriffen. (Alle lachen) Christoph: Oh! Meine letzte Frage wäre gewesen was ihr für heute Abend denn zu bieten habt? James: Tja. Siehe die Frage davor. (Lacht) Fabian: Alles. Alles was wir sind und was wir können und wir werden alle viel Freude haben. James: Man würde jetzt an diesem Punkt natürlich gerne sagen, dass wir heute schon einen Song vom neuen Album spielen… Das wird leider noch nicht passieren, weil wir eben gerade erst die Aufnahmen abgeschlossen haben und einfach noch nicht proben konnten. (Alle lachen) Christoph: Ja, weil wir nicht mal einen Proberaum haben. So schaut's nämlich aus. James: Ja, genau – weil wir nicht mal einen Proberaum haben. Aber es wird auf jeden Fall heute Abend schon mal einen Vorgeschmack darauf geben, was für GRANDIOSE Musik am 25. September in den Läden erscheinen wird. Na dann danke ich für das Interview und wünsche viel Spaß heut Abend. | zurück | Steffi und Ursi :: 03.06.2009 | ![]() | |||
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