Wouldrock 09 - Photos!!!
submenu
 
 
The Eagles Konzertbericht

Wenn man ein "Peaceful, Easy Feeling" hat und "In The City" unterwegs ist, dann hat man oft das Gefühl, es gibt "No More Cloudy Days". Man weiß "Life’s Been Good" und wir leben das "Life In The Fast Lane".
Aber in einerlei Hinsicht ist man dann doch verzweifelt und kurz davor ein "Desperado" zu werden. Wir haben ein riesiges "Heartache Tonight" aber versuchen uns dennoch an einer "Take It Easy"-Attitüde. Weil "In The Long Run" ist es "One Of These Nights" und auf der ganzen "Long Road Out Of Eden" lässt sich kein einziges "Hotel California" finden. Man fragt sich wirklich "How Long".

Tja, im letzten Jahr hat sich das "How Long" endlich geklärt, als um Weihnachten bekannt wurde, dass es am 10. Juni 2009 endlich soweit ist. Da sollen nämlich Don Henley, Glenn Frey, Timothy Schmit und Joe Walsh im Zuge ihrer Long Road Out Of Eden Tour 2009 das langerwartete allererste Österreich-Konzert spielen.

Und wer sind jetzt diese vier Mittsechziger aus Amerika? Man kennt sie auch unter dem Namen The Eagles. Und sie sind letzten Mittwoch in der Wiener Stadthalle gelandet.
Nach ihrer bisherigen Karriere, die mittlerweile schon fast 40 Jahre dauert und von einigen On’s und Off’s geprägt ist, sind sie erstmals in unserer Schnitzelrepublik eingekehrt um uns zu zeigen, wie das mit Kalifornischem Coutry-Rock so funktioniert. Mit wenigen Worten lässt sich das Ereignis gar nicht beschreiben, aber einen Versuch ist es wert: Verblüffend, mitreißend und musikalisch ohnegleichen.

Aber jetzt mal langsam. Beginnen wir von vorne: Vor der ausverkauften Wiener Stadthalle ist ein Massenauflauf und das Publikum, das sich im Alter zwischen 35 und 55 einpendelt, ist richtig aus dem Häuschen. Eilig strömen sie Richtung Eingang und wedeln dabei stolz mit ihren Tickets. Diese Begeisterung ist ansteckend. Lang dauert es nicht und schon sitzen(!) wir drinnen auf der Tribüne. Richtig gelesen: Ein Sitzkonzert. Na gut, beachtet man das vorher erwähnte Durchschnittsalter, nur allzu verständlich… Sollte man meinen, aber oh, wie soll ich mich irren.

The Eagles

The Eagles betreten die Bühne und sofort ist man gefangen von ihrem Charisma. Ob sie etwas davon mit dem Alter eingebüßt haben? Bestimmt nicht, von dieser Bühnenpräsenz können sich einige Jüngere ein Scheibchen abschneiden.

Fast wie eine Bestätigung spielen sie "How Long" als Opener, gerade so, als würden sie sich auch wundern, warum sie nicht eher in Österreich vorbeigeschaut haben. Gleich im ersten Teil der Show spielen sie einige ihrer größten Hits wie "The Long Run", oder "Lyin Eyes" und schon relativ bald ertönt "Hotel California" nach einem genialen Trompetenintro durch die Halle. Auch "The Boys Of Summer" sind dabei und man fühlt sich sofort an die Surfstrände der 70er-Jahre zurückversetzt, auch wenn man damals noch nicht einmal geboren war.

Auf der Bühne stehen zu Rekordzeiten dreizehn Leute, die restliche Zeit sind es allerdings nie weniger als neun. Wer die Bühne in der Stadthalle kennt, der weiß, sie ist groß. Wer die Eagles kennt, der weiß, sie wissen diesen Platz zu würdigen und brauchen ihn auch. Auf der Bühne sind fast ständig drei Keyboards und vier Gitarren im Einsatz. Ein Konzertflügel steht inmitten und sowohl Percussions als auch der Geiger und das vier Mann hohe Bläserensemble brauchen schließlich ihren Platz.

Nach einer kurzen Pause beginnt der akustische Teil des Abends, bei dem sich das Eagles-Quartett auf Barhockern niederlässt. Sie schaffen es sogar in der Stadthalle, die einige Tausende Zuseher fasst, ein gewisses Gefühl von Intimität aufkommen zu lassen. Man ist förmlich gefesselt und auch die visuelle Aufarbeitung trägt ihren Teil dazu bei. Auf einer halbkreisförmigen Leinwand im Hintergrund wird sehr ansprechendes und zu den Texten passendes Bildmaterial gezeigt, das von rührend-gefühlvoll bis retro-funky reicht. Es werden Songs wie "Waiting In The Weeds", "No More Walks In The Woods" und "Love Will Keep Us Alive" dargebracht und das auf einem Niveau, das man heutzutage selten wo live gehört hat. Musikalisch wirklich unschlagbar.

Bald werden die Barhocker jedoch wieder weggeräumt und die Vier wirbeln wieder in alter Rock-Manier über die Bühne. Das namensgebende "Long Road Out Of Eden" ertönt aus den Boxentürmen und der Gitarrist Joe Walsh legt ein geniales "Life’s Been Good" auf die Bretter. "Heartache Tonight" und "Life In The Fast Lane" sind auch dabei und in der Zeit, in der die Bläser mal nicht spielen müssen, legen sie passenderweise einen flotten Square-Dance auf ihr Podest.
Auch das Publikum kann sich nicht auf den Plätzen halten und so werden kurzerhand die Gänge zwischen den Sitzen gestürmt und wilder Rock 'n Roll getanzt mit allem, was einem gerade in die Arme kommt. Das Parterre ist ein einziges Menschengewühl, das zu den für die Eagles markanten Gitarrenklängen abrockt.

Nach zweieinhalb Stunden verlassen Don, Glenn, Joe und Timothy das erste Mal die Bühne und werden natürlich durch lautes Rufen und Pfeifen vom Publikum schnell wieder zurückgeholt. Als Zugaben spielen sie "Take It Easy" und nach dem berühmten Zitat "You better let somebody love you" aus "Desperado" geht eine dreistündige Hammer-Show zu Ende und The Eagles verabschieden sich von Wien.

Schließen möchte ich mit einem weiteren Zitat aus "Waiting In The Weeds":
I don't know when I realized the dream was over. Die, die dieses Konzert miterleben durften werden es allzu schnell nicht vergessen.


| zurück | Ursi :: 13.06.2009

 
 
 
2002-2008 by MAD Events - Verein zur Förderung von KünstlerInnen und Kultur
webmaster[at]madevents[dot]at